Galizien - Bukowina

Galizien, jene alte Kulturlandschaft nördlich der Karpaten, war in vergangenen Zeiten ein umworbenes Gebiet. Ungarn, Österreicher, Polen, Russen und Deutsche griffen in seine Geschicke ein. Seit dem Zerfall des Ostblocks ist vieles in Bewegung geraten. Die architektonischen Juwele Lemberg und Czernowitz erblühen unter ukrainischer Ägide zu neuem Glanz.

Termine & Details

Leistungen

Luxusbus

Halbpension in 4****Hotels

LOGOS Reiseleitung

Termine

12.08.2018 - 19.08.2018

Preis

€ 924,- pro Person im Doppelzimmer

LOGOS Reiseleitung

Jurij Arabski

"Die Schwalben ziehn in fernes Land, Der Baum verliert sein grün Gewand, Reif senkt sich auf die weite Flur – Wo bleibst du nur? Wo bleibst du nur?"
- Mihai Eminescu -

Tagesplanung

1. Tag: Ins Zipserland

Abfahrt vom Grazer Hauptbahnhof um 6.00 Uhr - Wien - Bratislava - Poprad, das „Tor zur Tatra“.  Rundgang und Besichtigung der frühgotischen Kirche St. Aegidius mit Renaissanceglockenturm. Fahrt durchs Zipser Land; wir gelangen zum alten geistlichen Mittelpunkt der Zips, dem Zipser Kapitel (Domkirche St. Martin, gotische Grabkapelle, Stadttore, Kanonikerhäuser) und zur Zipser Burg, der größten Burgruine der Slowakei. Das 1721 zum Hauptort des „Bundes der 24 freien Städte der Zips“ ernannte Levoca gilt mit seiner gut erhaltenen Stadtmauer aus dem 14. und 15. Jahrhundert, seinen rund 250 Renaissance-Bürgerhäusern und dem prächtigen Renaissancerathaus als besterhaltene mittelalterliche Stadt der Slowakei, Spaziergang durch die Stadt: Ringplatz, Rathaus, Kirche St. Jakob mit dem größten gotischen Schnitzaltar der Welt, Bürgerhäuser, Minoritenkirche etc.

2. Tag: In Erinnerung an unsere älteren Brüder

Weiter über Michalovce nach Ushgorod. Chroniken dokumentieren die Existenz der Burg bereits im Jahr 903 n. Chr., vom 10. bis zum 11. Jahrhundert n. Chr. war die Stadt der südwestliche Vorposten der Kiewer Rus. Nach dem 13. Jahrhundert war sie Teil Österreich-Ungarns. Die wechselvolle Geschichte nach Ende des Ersten Weltkrieges zeigt sich durch die Zugehörigkeit zur Tschechoslowakei, Ungarn, Sowjetunion und der Ukraine. Mukacheve beheimatete mehr als 30 Synagogen und war ein bedeutendes jüdisches Zentrum (Dom, Burg Palanok, Rathaus, St. Martins-Kirche). Weiter nach Rachov, das von Huzulen aus Galizien besiedelt war und bereits im Jahr 1447 als Dorf innerhalb des Königreichs Ungarn Erwähnung fand. Heute ist die Stadt als „Tor in die Karpaten“ bekannt. Wir besuchen ein Huzulen-Dorf mit der charakteristischen Holzarchitektur und fahren weiter nach Czernowitz, das von 1774 bis 1918 die Hauptstadt des österreichischen Kronlandes Bukowina war.    

3. Tag: Altes Herzogtum Bukowina

Czernowitz ist heute eine interessante Stadt im Umbruch, man knüpft in der Auseinandersetzung mit der Sowjetzeit an alte Traditionen und lässt diese, trotz der enormen wirtschaftlichen und sozialen Probleme, neu aufleben. Aus der „vorösterreichischen“ Zeit ist - bis auf die orthodoxe Holzkirche von 1607 - kaum etwas erhalten geblieben. Die teilsanierte Altstadt aus dem 19. Jahrhundert mit ihren Kirchen und Bürgerhäusern prägt heute noch das Stadtbild. Wir erkunden auch die zahlreichen Spuren der alten k.u.k. Monarchie (Rathaus, Herrengasse, Universität, Kathedrale zum heiligen Geist etc.); außerdem sehen wir das Theater, die ehemalige Synagoge, das „Stetl“, den Palast des Metropoliten in der alten Bürgerstadt und den sehenswerten Friedhof.

4. Tag: Von Bischöfen und Klöstern

Kamjanez-Podilskyj ist eine der ältesten Städte der Ukraine und steht unter dem Patronat der UNESCO, in der Blütezeit der Stadt soll es über 30 Kirchen und Klöster gegeben haben. Wir sehen die alte Festung aus dem 16. Jahrhundert, die Verkündigungskirche im armenischen Viertel aus dem 13. Jahrhundert, die Peter-und-Paul-Kathedrale aus dem Jahr 1370 (katholischer Bischofssitz), die Kreuzerhöhungskirche am Ufer der Smotrych (Holzkirche aus dem Jahr 1700), die Dominikanerkirche aus dem 15. Jahrhundert, das Triumphtor und das mehrfach umgebaute Rathaus. Schon im Mittelalter gab es in Pocajiv eine Einsiedelei, und in den Höhlen unter der Kirche lebten Asketen; wir besichtigen das nach dem Höhlenkloster von Kiew zweitgrößte orthodoxe Kloster des Landes (barocke Maria-Himmelfahrts-Kathedrale, Glockenturm, Torgebäude, Dreifaltigkeitskathe-drale, Mönchszellen). Über Brody, den Geburtsort des Dichters Joseph Roth (jüdischer Friedhof) und Olesko mit seinem streng wirkenden Schloss aus dem 17. Jahrhundert weiter nach Lemberg in den Westen der Ukraine.

5. Tag: Multikulturelles Lemberg

Lemberg: Die griechisch-katholische, die armenische und die lateinischen Kirchen sowie das ethnographische Museum weisen auf die vielfältige einstmalige Bevölkerungsstruktur hin. Wir wandeln auf den Spuren des Schriftstellers Joseph Roth, schauen auf dem Prospekt der Freiheit den Rentnern beim Schach über die Schulter und genießen einen Kaffee im Innenhof des Geschichtsmuseums, dem sommerlichen Szenecafé der Lemberger. Weitere Besichtigungspunkte in der Stadt an der mittelalterlichen „Hohen Straße“ sind die Altstadt mit dem Ringplatz, das Rathaus, der Kornjak-Turm, das armenische Viertel, der Pulverturm und einige der zahlreichen Kathedralen (Marien-Kathedrale, St.-Georgs-Kathedrale etc.). Zeit zur freien Verfügung bzw. Ausflug in die nahe Umgebung: Schwarzerdeböden und Felder soweit das Auge reicht - die Ukraine galt stets als Kornkammer Europas. Die ehemaligen Kolchosen haben bis heute Spuren hinterlassen; ev. Besuch einer solchen. Weiter nach Zhovkva, bekannt als Stadt des Handwerkes und Kunstgewerbes (Marktplatz, Schloss und Laurentiakathedrale, Synagoge; eventuell Treffen mit einem Vertreter der orthodoxen Kirche und Repräsentanten der Gemeinde).

6. Tag: Deutsche und galizische Vergangenheit

Auf dem Weg nach Iwano-Frankiwsk passieren wir kleine, ehemals deutsche Dörfer (z.B. Besuch von Dornfeld). Iwano-Frankiwsk (Stanislaw) besitzt eine sehenswerte Altstadt, die in den Jahren nach der Unabhängigkeit der Ukraine nahezu vollständig renoviert wurde. Architektonisch erinnert der Stadtkern in vielem an das alte Öster-reich-Ungarn. Dazu kommen einerseits die typischen sowjetischen Verwaltungsgebäude und in den Außen-bezirken Plattenbauten und andererseits neue, private Wohnhäuser. Im Stadtzentrum befindet sich auch ein künstlicher See, der in der Sowjetzeit am Ort eines jüdischen Friedhofs angelegt wurde. Auf dem Rückweg nach Lemberg besuchen wir Halytsch, das im 9. Jahrhundert gegründet, 1367 die Stadtrechte verliehen bekommen hat und den Hauptort des Fürstentums Halytsch-Wolhynien bildete. Aus dem Namen wurde zu Österreich-Ungarischer Zeit der Name für das Kronland Galizien abgeleitet. Anschließend geht es zurück nach Lemberg.

7. Tag: Juwele Polens

Über Gorodok gelangen wir nach Przemysl. In der einstigen Festung Österreich-Ungarns und galizischen Handelsmetropole spazieren wir durch die Altstadt. Westlich der Stadt sehen wir das schönste Renaissance-Schloss Polens, das Palais Krasiczyn. Weiter nach Rzeszów; Spuren der hier einst lebenden jüdischen Gemeinde und ihrer Kultur sind die erhalten gebliebenen Bauten der Altstädtischen (17. Jh.) und Neustädtischen (18. Jh.) Synagoge. Stadtrundgang: Pfarrkirche, Rathaus, Lubomirski-Schloss, Bauten des Bernhardinerklosters, Kirchen- und Klostergebäude des Reformatenordens, Bürgerhäuser am Alten Markt etc. Der Park des Schlosses von Lancut aus dem 18. Jahrhundert und die Synagoge stehen ebenfalls auf dem Besichtigungsprogramm. Über Tarnów (Kathedrale St. Maria, Marktplatz mit Rathaus, Synagoge etc.) fahren wir nach Krakau, das aufgrund seines städtebaulichen Kerns mit echter Romanik, Gotik, Renaissance und Barock sowie seines Studentenlebens mit ungebrochener Tradition als die schönste und romantischste Stadt Polens gilt (abendlicher Stadtspaziergang).

8. Tag: Heim zu

Krakau: Wawel-Hügel mit Königsschloss und Kathedrale, Marktplatz mit Tuchhallen, Marienkirche mit dem berühmten Altar von Veit Stoß, St. Anna-Kirche, Dominikanerkirche, Franziskanerkirche etc. Die Heimfahrt er-folgt über den berühmten Wintersportort Zakopane, der noch Anfang des 19. Jahrhunderts im Schatten der Hüt-ten in Kuznice stand. Erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann sich der Tourismus zu entwickeln; Weiter entlang des Waagtals über Trentschin, Tyrnau, dem ob seiner zahlreichen Kirchenbauten auch slowakisches Rom genannten Ort (Domkirche, Jesuitenkirche) und Bratislava zurück nach Graz mit Ankunft um ca. 21.00 Uhr.

Urheber: E. S.
Urheber: E. S.
Urheber: E. S.
Urheber: E. S.
Urheber: E. S.

Route

Graz - Wien - Bratislava - Trnava - Levoca - Zips - Presov - Ushgorod - Mukaceve - Rachov - Czernowitz - Podolski - Kamjanez-Podilskyi - Pocajiv - Brody - Olesko - Lemberg - Zhovka - Przemysl - Lancut - Krakau - Zakopane - Bratislava - Wien - Graz