Moldawien mit Odessa

Ein kleines Land, eingezwängt zwischen Rumänien und der
Ukraine, mit vielen Sonnenstunden gesegnet: Die unabhängige Republik Moldau war einst Garten und Weinberg der Sowjetunion. Politisch schwankt ihre Gunst heute zwischen Ost und West. Am ethnischen Flickenteppich weben Rumänen, Russen, Ukrainer, Bessarabiendeutsche, Gagausen und Roma. Genießerparadies ist Moldau geblieben. Ein Abstecher führt nach Transnistrien, wo der reale Sozialismus noch existiert. Und wenn Sie möchten, können Sie im Anschluss Odessa am Schwarzen Meer besuchen.

Termine & Details

Leistungen

Flüge mit Austrian

Flughafentaxen inkl. Ticketservicecharge

Halbpension in sehr guten Mittelklassehotels

Rundreise

Weinproben

Eintritte

LOGOS Reiseleitung

Extrakosten: Flugzuschlag und Aufpreis für Flughafentaxen bei Flügen ab/bis Graz, Salzburg, Innsbruck, Linz

LOGOS Speisetipp

Versuchen Sie die landestypische Spezialitäten: „Plăcintele“, eine Art Blätterteigschnecke, die entweder mit süßen Rosinen oder herzhaftem Kohl und Käse gefüllt ist. Oder das Maismehlbrot, zu dem es leckeren Käse, Sour Creme und Fleischeintopf gibt.

"Es hat sich gelohnt zu leben, wenn nan ein Haus gebaut, einen Sohn groß gezogen, einen Baum gepflanzt und einen Brunnen gegraben hat."
- Redewendung aus Moldawien -

Tagesplanung

1. Tag: Auf dem Weg nach Osten

Flug über Wien nach Chisinau. Die Hauptstadt Moldawiens ist mit mehr als 700.000 Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes, wichtiger Wirtschaftsstandort, Universitätsstadt und Kulturzentrum. Wir unternehmen einen Rundgang durch die Stadt. Transfer zum Hotel. Abends in einem Altstadtlokal lernen wir erste Gebräuche des Landes bei Volksmusik und herzhafter moldawischer Küche kennen.

2. Tag: In Stadt und auf dem Land

Chisinau: Der Stadtbummel bringt uns vorbei an vielen  erhalten gebliebenen sowjetischen Baudenkmälern, z.B. am perfekt erhaltenen Bahnhof im neobyzantinischen Stil. Wir spazieren den Boulevard Stefan cel Mare entlang - vorbei am neuen Parlament, dem Triumphbogen, Plattenbauten, der Christi-Geburt-Kathedrale und beenden den Rundgang im Puschkin-Park. Es geht hinaus aufs Land. Im Dorf Marienfeld, von Bessarabiendeutschen gegründet, berichtet eine junge Familie bei Schafskäsekostproben aus der eigenen Käserei vom Leben auf dem Lande. In Comrat, Hauptstadt einer autonomen Region, lernen wir Kultur und Geschichte der Gagausen kennen, des einzigen Turkvolks mit christlichem Glauben. In Besalma, einem Dorf besuchen wir das Museum für Geschichte und Ethnographie und lassen uns von einer Gagausin Haus und Garten zeigen. Zurück in Chisinau, erfreuen wir uns in einem Restaurant gagausischer Spezialitäten.

3. Tag: Klöster inmitten der Natur

In den dichten Laubwäldern des Codrii-Naturreservats, des größten Naturschutzgebiets des Landes, verstecken sich mittelalterliche Klöster. Das Kloster Capriana, zu sowjetischen Zeiten geschlossen, erstrahlt wieder in neuem Glanz. Heute ist es Sitz des Metropoliten der Moldau und Nationalsymbol dieses jungen Landes. Nicht weit entfernt das Nonnenkloster Hincu ist heute wieder ein wichtiger Wallfahrtsort. In einer Imkerei und einem Handwerkszentrum erfahren wir viel Wissenswertes über die Traditionen auf dem Lande. Eine Folkloregruppe erwartet uns und Sie können lokale Spezialitäten probieren. Der süße Abschluss: Tee und hausgemachte Konfitüre. Abendessen in einem landestypischen Restaurant.

4. Tag: Von der Steinzeit bis ins Mittelalter

Moldauische Weine sind unter Kennern ein Geheimtipp. In der Kellerei von Cricova, einem der größten Weingüter der Welt, fahren wir mit Golfcarts durch ein riesiges Tunnelsystem und schlängeln uns durch das Weinlabyrinth ins Allerheiligste - den Probierkeller, in dem Wladimir Putin seinen 50. Geburtstag feierte und der Kosmonaut Juri Gagarin den Ausgang nicht mehr fand! Selbstverständlich probieren auch wir hier einen guten Tropfen, und beschwingt geht es weiter. Wo sich der Fluss Raut fotogen durch einen Canyon schlängelt, findet sich eine hochinteressante Kulturlandschaft: Orheiul Vechi. Die archäologischen Funde erstrecken sich von der Steinzeit bis ins Mittelalter, wir entdecken Eremitenhöhlen und das Felsenkloster Maria Himmelfahrt. Die Mönche haben vom 15. bis zum 17. Jahrhundert Kammern und Tunnel in die Muschelkalkwände gegraben. Im Inneren zu sehen: eine unterirdische Kapelle und die Schlafkammern der Mönche. Und mittendrin in dieser urtümlichen Landschaft liegt unser heutiges Ziel, das Dorf Butuceni. Viele Bewohner haben es verlassen, doch wurden die meisten Häuser als einfache Unterkünfte für Besucher restauriert.

5. Tag: Hauptstadt der Roma und Sinti

Der Besuch einer Teppichknüpferei steht auf dem Programm, dann geht es weiter nach Soroca. Auf einer Anhöhe über dem Grenzfluss Dnister thront eine mächtige Festung, die Bessarabien gegen die Angriffe der Türken schützen sollte. Die Anlage aus dem 16. Jahrhundert hat einen kreisförmigen Grundriss und vier vorgelagerte Ecktürme. Bis zu 2.000 Soldaten verteidigten die Festung gegen die türkische Armee. Bei einer Belagerung fand auch die Bevölkerung Zuflucht innerhalb der Mauern. Sie konnten sich aus einem Ziehbrunnen im Hof mit Wasser versorgen. Die Zinnen sind mit einem umlaufenden hölzernen Wehrgang verbunden. Eine alte Legende über einen weißen Storch und die Festung Soroca besagt, dass während einer langen Belagerung die hungrigen Verteidiger ihr Überleben einem weißen Storch zu verdanken hatten, der ihnen Trauben brachte. International bekannt ist Soroca als Zigeunerhauptstadt Europas, wobei der Begriff Zigeuner (cigani) nicht diskriminierend gemeint ist. Die moldauischen Sinti und Roma verwenden den Begriff als Eigenbezeichnung. Die Häuser auf dem "Soroca-Hügel" sind protzig und orientieren sich an berühmten Gebäuden wie dem Kapitol in Washington. Wir besuchen eine Familie und informieren uns über die Sitten, Bräuche und Lebensbedingungen der Menschen, die hier leben. Danach bleibt Zeit für eigene Entdeckungen in Butuceni. Überall gibt es Fotomotive aus einer längst vergangenen Welt. Und zum Abendessen erwartet uns eine moldauischen Gastfamilie, bei der uns Produkte der authentischen Küche kredenzt werden.

6. Tag: Im letzten Hammer & Sichel-Staat Europas

Heute führt uns ein spannender Ausflug ins Reservat des real existierenden Sozialismus: Transnistrien mit seiner Hauptstadt Tiraspol hat sich nach der Unabhängigkeit der Republik Moldau 1991 für eigenständig erklärt. Es verfügt zwar über eine eigene Armee, Verfassung und Hymne, wird aber von der internationalen Staatengemeinschaft nicht anerkannt. Das Vorzeigeprodukt der Region - Kvint-Weinbrand, den schon Stalin liebte -  erfreut beim Besuch der Brennerei auch unsere Geschmacksnerven. In der Hauptstadt schaut Lenin wohlwollend vom Sockel über die Weltkriegspanzer am Kriegerdenkmal, auf Plattenbauten und rostige Ladas. Wir spazieren vorbei an Geschäften ohne Schaufenster, in denen man mit transnistrischen Plastikmünzen bezahlt und nächtigen in Tiraspol.

7. Tag: Neu erwachte Orthodoxie

Im Kloster Chitcani erzählt ein Mönch von orthodoxen Ritualen und vom Wiedererwachen des Glaubenlebens im transnistrischen Sozialismus. Wir verlassen das letzte offen kommunistische Land Europas und fahren zurück nach Chisinau. Wir besuchen das Ethnografische Museum, das 1905 im orientalischen Stil errichtet, viele wertvolle und teilweise einzigartige Exponate, wie ein Skelett des riesigen Hauer-Elefanten, beherbergt. 1906 wurde beim Museumsgebäude der erste botanische Garten der Region angelegt, der heute noch besteht. Natürlich erfreuen wir uns daran, wie an der Sammlung von moldauischen Haushaltsgegenständen und Trachten!

8. Tag: Odessa erwartet uns

Nach etwa zwei Stunden Fahrt heißt uns die Ukraine willkommen. Die Festung Akkerman an der Dnister-Lagune mit ihren mächtigen Mauern, Türmen und Gräben ist ein beeindruckendes Zeugnis für die wechselhafte Geschichte Bessarabiens. Gleich in der Nähe wartet die Weinkooperative Schabo, im 19. Jahrhundert von Schweizer Weinbauern begründet, mit einer Kostprobe auf uns. Weiter geht es zur Küste des Schwarzen Meers - Odessa erwartet uns. Sie ist keine uralte Stadt. Nach der Gründung durch Katharina die Große im Jahre 1794 wanderten Menschen aus allen Teilen des Zarenreichs und Europas zu. Fast ein Drittel der Bewohner waren Juden. Odessa gilt bis heute als freisinnige Handelsstadt, in der das kulturelle Leben einen hohen Stellenwert hat.

9. Tag: Weltberühmte Bauwerke

Wir sehen die unterschiedlichen Stilrichtungen der Innenstadt-Bauten von Jugendstil über Klassizismus bis zur Neugotik. Natürlich fehlt weder die berühmte Potemkin-Treppe, noch das Rathaus bzw. das Museum der Schönen Künste. Das Opernhaus, ab 1883 vom Wiener Büro Fellner & Helmer erbaut, gehört zu den schönsten Häusern dieses Genres. Geschichtlich beachtlich und sehenswert ist die neu errichtete Verklärungskathedrale. 1936 wurde sie auf Befahl Stalins sie in einer nächtlichen Aktion gesprengt. Schon während der rumänischen Herrschaft in Odessa gab es Überlegungen zum Wiederaufbau der Kathedrale. 1999 wurde damit begonnen, am 21. Juli 2010 konnte der Neubau durch den russischen Patriarchen Kyrill I. geweiht werden. Dieses Bauwerk ist eines der namhaftesten Beispiele für die so genannte Wiedergeburt der religion nach den Zeiten der Sowjetunion. Zeit zur freien Verfügung oder zum Besuch des archäologischen Museums, des ältesten im früheren Zarenreich, das einen guten Überblick über das vorgeschichtliche und antike Erbe des Schwarzmeerraums vermittelt. Rückflug über Wien zum Flughafen Ihrer Wahl.

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Route

Abflug vom Flughafen Ihrer Wahl Flug nach Chisinau; Rundreise: Comrat - Marienfeld - Besalma - Capriana - Hincu - Cricova - Orheiul Vechi - Butuceni - Soracy - Transnistien - Tiraspol - Chiticani - Chisinau - Odessa; Rückflug zum Flughafen Ihrer Wahl