Schlesien - Lausitz

Wenn Schlesien der „Garten“ ist, dann ist Breslau „die Blume Europas“ - so titelt jedenfalls der Historiker Norman Davis. Dieser Garten war der Handlungsort komplizierter menschlicher Schicksale; hier finden wir ein Palimpsest an Spuren unterschiedlicher Kulturen: Polen, Tschechen, Österreicher, Preußen, Deutsche und erneut Polen hinterließen hier ein Knäuel spannungsreicher Geschichte und Geschichten. Lassen Sie die Eindrücke ruhig auf sich wirken, wir haben extra Zeit für besondere Begegnungen reserviert.

Termine & Details

Leistungen

Luxusbus

Halbpension in sehr guten Mittelklassehotels

Bierverkostung

Sessellift auf die Schneekoppe

LOGOS Reiseleitung

Extrakosten: Eintritte

LOGOS Besinnungstipp

Herrnhut:

Die Losungen sind ein Andachtsbuch, das für jeden Tag des Jahres zwei Bibelverse enthält: die Losung aus dem Alten Testament und den Lehrtext aus dem Neuen Testament. Ergänzt werden die beiden Texte durch einen Liedvers oder ein Gebet. Die alttestamentliche Losung wird ausgelost, die anderen Texte thematisch passend dazu ausgesucht.

"Das Neugeborene: das neue Zentrum, die neue Sonne für das Planetensystem und Spiel unserer auseinanderstrebenden Seele."
- Gerhard Hauptmann -

Tagesplanung

1. Tag: Zur Heiligen Anna selbdritt

Abfahrt vom Grazer Hauptbahnhof um 6.00 Uhr - Wien - Olmütz/Olomouc, eines der bedeutendsten Zentren der Tschechischen Republik, reich an kulturellen und gewerblichen Traditionen und bis ins 17. Jhdt. historisches Zentrum Mährens. Über St. Annaberg/Góra Świętej Anny liegt der Inselberg, auf dem sich der bedeutendste katholische Wallfahrtsort Schlesiens befindet, in dessen Basilika eine Figur der Hl. Anna selbdritt steht. Über Oppeln/Opole (Freilichtmuseum), die Hauptstadt der Woiwodschaft, und Brieg/Brzeg, eine der wichtigsten evangelischen Gemeinden Schlesiens vor dem 2. Weltkrieg (Piastenschloss, Rathaus, Bürgerhäuser) - Breslau.

2. Tag: Deutsch-polnische Freundschaft im Venedig Polens

Breslau/Wrocław ist das Herz Schlesiens und war Hauptstadt der preußischen Provinz. Heute ist die Stadt ein wirtschaftliches, kulturelles und wissenschaftliches Zentrum. Sie liegt auf zwölf Inseln, verbunden durch 100 bis 300 Brücken, und wird daher als Venedig Polens bezeichnet. Im Rahmen einer Stadtführung werden wir einige Höhepunkte der Altstadt wie beispielweise das wunderschöne Rathaus, die Universitätsbibliothek, die gotische Sandkirche, die Kathedrale mit romanischem Portal, das schlesische Nationalmuseum, die Breslauer Zwerge, die stolzen Bürgerhäuser am Ring und noch vieles mehr sehen. Sie haben auch Zeit zu Ihrer freien Verfügung.

3. Tag: Vertreibung - Integration - Vermächtnis

Besuch des Palasts der Familie von Moltke in Krzyżowa/Kreisau, einst Treffpunkt des „Kreisauer Kreises“, heute Begegnungs- und Gedenkstätte, bedeutend für die polnisch-deutschen Zusammenarbeit. Die Friedenskirche in Schweidnitz/ Świdnica, Zentrum der Bierbrauerei im Mittelalter, entstand 1656/57 als eine von dreien, die Schlesien mit dem Westfälischen Frieden zugestanden wurden. Fahrt zum malerischen Schloss Fürsten-stein/Zamek Książ, welches von Herzog Bolko I. von Schweidnitz Ende des 13. Jhdts. errichtet wurde, und zur Bolkoburg in Bolkenhain/Bolków. In der Jaworer Friedenskirche bewundern wir die Emporenbilder (aus einer Sammlung von 258 Kupferstichen mit Darstellungen der wichtigsten Geschichten der Heiligen Schrift von Matthäus Merian dem Älteren von 1628). Wir erreichen Hirschberg/Jelenia Góra am Fuß des Riesengebirges.

4. Tag: Friedenskirchen und auf Rübezahls Spuren

In Hirschberg soll Rübezahl sein Unwesen getrieben haben (Gnadenkirche, Kaiser-Wilhelm-Turm, Rathaus, Burgruine Chojnik, Bürgerhäuser am Ring). Die erste Erwähnung der warmen Quelle „calidus fons“, die in die Ortsbezeichnung von Bad Warmbrunn/Cieplice Śląskie-Zdrój übernommen wurde, stammt aus dem Jahr 1281. Über Agnetendorf/Jagniątków mit Haus Wiesenstein von Gerhard Hauptmann, Arbeitsstätte und beliebter Treffpunkt Kunstschaffender, gelangen wir entlang des Hirschberger Tals der Schlösser nach Schreiberhau/ Szklarska Poręba, bekannt für seine Glasbläserkunst, und zum Zackenfall, dem mit 27 Metern höchsten Wasser fall im Riesengebirge. Die evangelische Stabkirche Wang ist eine mittelalterliche norwegische Stabholzkirche aus Vang, die 1841 vom preußischen König Friedrich Wilhelm IV. erworben und hier wieder aufgebaut wurde.

5. Tag: Über allen Wipfeln ist Ruh‘, … die Vöglein schweigen im Walde

Eines der wichtigsten Ereignisse in der Geschichte von Erdmannsdorf war 1837 die Zusage König Friedrich Wilhelm III., die protestantischen Glaubensbrüder aus dem Tiroler Zillertal im preußischen Staatsgebiet aufzu-nehmen. So entstanden Nieder-, Mittel- und Hohen-Zillerthal am Fuße des Riesengebirges in Niederschlesien. Die Schneekoppe ist mit 1.603 Metern der höchste Berg Tschechiens, auch wenn der höchste Punkt nahe der Kapelle auf polnischem Gebiet liegt. Per Sessellift schweben Sie über Wälder, Wiesen und Seen gen Gipfel.

6. Tag: Von Philosophen, Nonnen, Händlern und Pilgern

Vorbei an Schloss Czocha geht es zum prachtvollen Renaissanceschloss Friedland/Frydlant, das der kaiserliche Kriegsunternehmer und Feldherr Wallenstein während des Dreißigjährigen Krieges erbaute. 1728 ent-stand das Freie Weltadelige Evangelische Fräuleinstift Joachimstein (Radomierzyce/Radmeritz) in Gestalt eines dreiflügeligen Wasserschlosses mit Gartenhaus, Kavalierhaus und Gartenanlage im französischen Stil. Über Bautzen, die „Stadt der Türme“ (Ortenburg, Scharfrichterhaus, Michaeliskirche, Petridom, Rathaus etc.), geht es für uns nach Görlitz mit seiner herrlichen Altstadt (Peterskirche, Marktplatz, Biblisches Haus, Schönhof etc.).

7. Tag: Perlen der Oberlausitz und die Losungen

Bei unseren Besichtigungen in der Stadt Zittau sehen wir u.a. die „Kirche zum Heiligen Kreuz“. In der Kreuzkirche befindet sich das Große Zittauer Fastentuch aus dem Jahr 1472, eines der bedeutendsten Kulturschätze des Mittelalters, das Reformation schadlos überstand und somit als Zeichen der toleranten Gangart der Konfessionalisierung in der Oberlausitz verstanden werden kann. Fahrt nach Oybin fahren wir mit der hier seit 1890 verkehrenden Schmalspurbahn (Kirche, Umgebindehäuser, etc.). Führung durch das Gelände und Kennenlernen der Brüder-gemeine Herrnhut, eine der ersten evangelischen Kirchen in Europa, deren Wurzeln in der tschechischen Reformation (Jan Hus) und der 1457 gegründeten Bewegung der Böhmischen Brüder liegen. Besondere Anliegen waren die Verbreitung der Bibel in Landessprache, die Musik und gute Schulen (Jan Amos Comenius).

8. Tag: Türme, Kuppeln, Brücken und liebliche Landschaften

Über Zittau, Liberec und Kolin gelangen wir nach Kutna Hora/Kuttenberg. Es war nach Prag die zweitgrößte Stadt Böhmens, bis im Zuge der Hussitenkriege in den 1420er Jahren ein großer Teil der Bevölkerung von Kuttenberg ermordet wurde (Hauptplatz, Steinernes Haus, Sandsteinbrunnen, Kirche St. Jakob, Welscher Hof, Barbarakirche, Jesuitenkolleg etc.). Nach einer Mittagsrast geht es nach Telc (Stadtrundgang mit Besichtigungen im „Venedig Mährens und Kaffeepause“). Heimfahrt über Wien nach Eisenstadt mit Ankunft um ca. 20:00 Uhr.

Route

Graz - Wien - Olmütz St. Annaberg - Opppeln - Brieg - Breslau - Kreisau - Schweidnitz - Schloss Fürstenstein - Bolkenhain - Jawor - Hirschberg - Bad Warmbrunn - Agnetendorf - Schreiberhau - Zackenfall - Wang - Erdmannsdorf - Schneekoppe - Schloss Czocha - Friedland - Radmeritz - Bautzen - Görlitz - Zittau - Oybin - Herrenhut - Kuttenberg - Telc - Wien - Graz